Sing, bet und geh auf Gottes Wegen!

Liebe Mitmenschen!

In kleinen Dörfern mit Häusern aus Fachwerk sind sie manchmal heute noch lesbar. Meist sind es Segensworte, eine Liedstrophe oder Bibelworte, die als Inschriften verewigt sind. Manchmal sind es auch Lebensweisheiten: „An Gottes Segen ist alles gelegen.“ Nach so einem Segenswort kommt bei den Bauernhöfen oft der Name des Ehepaares, das das Haus erbauen ließ und das Jahr, in dem das Haus erbaut wurde. Die Inschriften auf den Querbalken sagen etwas aus über den Glauben und das Lebensverständnis zumindest der Erstbewohner des jeweiligen Hauses. Bei mir am Pfarrhaus in Großbrembach gibt es das auch. Eine Strophe aus einem Kirchenlied zieht sich in weißer Schrift über das Fachwerkgebälk. „Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu. Denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht.“ Und der Zusatz: Erbaut 1679. Wenn Ihnen jetzt nicht sofort einfällt aus welchem Lied dieser Text stammt, dann macht das nichts. Text und Melodie sind von Georg Neumark aus dem Jahr 1657. Die Älteren werden es noch kennen: „Wer nur den lieben Gott lässt walten“. Nummer 369 im Evangelischen Gesangbuch. Das Lied ist also 363 Jahre alt. Was dem einen im Laufe seines Lebens lieb und vertraut geworden ist, mit dem können andere heute gar nichts mehr anfangen. Starre Formen, schwere Melodien und fromme Texte, die nicht mehr so recht in die Sprache und den Rhythmus der Zeit zu passen scheinen. Modernes oder traditionelles Liedgut das bleibt Geschmackssache. Aber immer ist es ein Adressat dem Menschen in den Kirchen ihren Gesang widmen. Singt dem Herrn! Viele Menschen singen in Kirchenchören, zu Gottesdiensten und vielleicht hätten Sie es auch gern zum Pfingstfest getan. Im Moment finden die Chorproben mit großem Abstand zum Nachbarn statt. Vielerorts wird noch gar nicht geprobt. Singen mit Mundschutz: Das ist eine Herausforderung für die Atmung! Auf die Atmung kommt es an. Bauch- oder Brustatmung. In jedem Fall gilt: Singen ist Ausatmen! Verspanntes darf sich lösen und der Körper wird locker. Die Stimme soll nicht irgendwie da sein, donnern soll sie, wie das Meer, wie die Natur, sollen die Töne ihren Raum einnehmen. Im Sopran, Tenor, Alt oder Bass singen. Wer diese Stimmen hört, soll nicht unbeteiligt bleiben. Mit gemeinsamen Gesang tragen Menschen ihre innere Begeisterung nach außen. Sie teilen ihre Freude mit anderen. Sind begeistert und begeistern andere. In welchem Lied der Geist Gottes spürbar wird, ob jemand eine Gänsehaut bekommt, es ihn zu Tränen rührt oder im die Zornesröte ins Gesicht schießt, liegt außerhalb der Dinge, die geplant und vorher zu sehen sind. Beim Singen ist mit Überraschungen zu rechnen. In einem guten Sinn. Singen hilft fest gefahrene Emotionen zu lösen, den eigenen Blick neu auszurichten. Singen wirbelt Empfindungen durcheinander und setzt sie erfrischt mit neuer Perspektive wieder zusammen. So lassen sich immer wieder neue Sichtweisen auf das eigene Leben, auf andere Menschen und auf Gott selbst gewinnen. Fröhlicher Gesang tut dem Herzen gut und befreit verklemmte Schubladen von alten Lasten. Gott ist der gleiche Gott und immer wieder der „neue und überraschende“ im Leben. Heute noch genauso wie vor fast 400 Jahren. Lassen wir uns also überraschen von einem Rhythmus, der uns mit Gott in Bewegung hält. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu. Denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht.„

Es grüßt Sie herzlich
Pfarrerin Denise Scheel

Osternacht-Ein besonderer Gottesdienst!

Herzliche Einladung zu Osternacht Gedanken und Musik mit meiner geschätzten Kollegin Pfarrerin Eva Kania und Kantor Manuel Behre aus dem Kirchenkreis Eisleben-Sömmerda.

http://kirchenkreis-eisleben-soemmerda.podigee.io/5-gottesdienst

Ewiger Gott,
durch dein allmächtiges Wort
hast du der Welt Gestalt gegeben
und das Leben in ihr erweckt.
Sprich aufs Neue dein Wort:
„Es werde Licht!“

Die Glocken läuten zum Gebet „Daheim“ – am Sonntag um 10:00

Liebe Mitmenschen!

Wir haben uns in den Kirchenräten dazu entschlossen die Glocken zur gewohnten Andachts- und Gottesdienstzeit am Sonntag um 10:00 läuten zu lassen. Glocken läuten zum Gebet, sie rufen zum Innehalten dessen auf, was uns gerade beschäftig. Eine Pause für uns selbst mit Gott. Atem holen! Sie sind herzlich eingeladen, solange keine Gottesdienste stattfinden am Sonntag um 10:00 für sich eine Kerze zu entzünden und ein Gebet zu sprechen. Gern auch in unseren offenen Kirchen in Großbrembach und Kleinneuhausen. Die Kirchen sind von 10-17 Uhr jeden Tag für ihre persönliche Zeit offen. Gebetstexte und andere Impulse liegen für Sie zum Mitnehmen bereit.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien einen gesegneten Sonntag!

OffeneKircheVogelsberg2020.2

Ihre Gemeindekirchenräte mit Pfarrerin Denise Scheel

Balkonsingen – 19:00 am Abend in Großbrembach und …?

Vielleicht haben Sie es an diesem Abend in Großbrembach schon aus dem Pfarrhaus gehört … das bekannte Lied „Der Mond ist aufgegangen“. Ich bin gespannt auf morgen Abend 19:00 in Großbrembach:)

https://www.lieder-archiv.de/der_mond_ist_aufgegangen-notenblatt_300017.html

Allabendlich um 19 Uhr lädt die Evangelische Kirche alle Menschen ein, „Der Mond ist aufgegangen“ zu singen oder zu musizieren – jeder und jede auf seinem Balkon oder im Garten. Dazu ruft auch Margot Käßmann auf. Nina Hagen ließ das Lied schon einmal früher für evangelisch.de erklingen. Heute Abend startet die Aktion zum zweiten Mal.

Zu den Unterstützern der Aktion gehört … auch die ehemalige Reformationsbotschafterin Margot Käßmann. Das Lied der „Der Mond ist aufgegangen“ erinnere daran, dass der Tod nicht das letzte Wort habe, sondern „dass es zugleich das Leben in aller Fülle gibt“, so Käßmann.

Die letzte Strophe des Abendliedes mit dem Text von Matthias Claudius aus dem Jahr 1779 bewegt besonders, heißt es doch darin: „Verschon uns, Gott, mit Strafen und lass uns ruhig schlafen. Und unsern kranken Nachbarn auch!“ Margut Käßmann ruft alle dazu auf um 19 Uhr auf den Balkonen und Terrassen oder an den Fenstern das Lied mitzusingen. Viele fühlten sich einsam, gemeinsames Singen stärke und stärke und ermutige.

https://www.evangelisch.de/inhalte/167446/19-03-2020/margot-kaessmann-ruft-zum-mitsingen-auf-der-mond-ist-aufgegangen-nina-hagen

 

 

 

Herzliche Einladung zum Online-Gottesdienst aus Apolda

https://www.kirchenkreis-apolda-buttstaedt.de/kontakt-und-service/nachrichten/online-gottesdienst-aus-apolda-lc30.html

Am Sonntag, den 22. März feiern wir um 10:00 Uhr online Gottesdienst. Das Video mit dem Gottesdienst aus der Martinskirche Apolda finden Sie dann hier.

Superintendent Heidbrink ist während des Gottesdienstes und im Anschluss erreichbar über den Youtube-Chat, Facebook, bzw. telefonisch 03644 651624.

Sämtliche Veranstaltungen und Gottesdienste in den Kirchen fallen bis Ende April aus. (Stand vom 20.3.2020)

 

„Niemand suche das Seine, sondern das was dem anderen dient.“ 1. Kor 10,24

Liebe Gemeindemitglieder und Interessierte!

Aufgrund der aktuellen Lage und der vorhandenen Empfehlungen des Gesundheitsamtes fallen bis Ende April alle kirchlichen Veranstaltungen und Gottesdienste im Pfarrbereich Großbrembach aus.

Von jetzt an sind die Kirche St. Wigbert in Großbrembach und die Kirche St. Mauritius und Andreas in Kleinneuhausen jeden Tag von 10:00-17:00 für ihre private Andacht offen. Sie sind eingeladen: eine Kerze zu entzünden und beim Gehen zu löschen, zu beten, die Stille und den Kirchenraum auf sich wirken zu lassen. Mögliche Gebete und tägliche Andachtstexte liegen in Großbrembach am Eingang aus.

Für seelsorgerliche Gespräche erreichen Sie Pfarrerin Denise Scheel mittwochs, von 12:00-16:00 unter der Tel. 036451/60880 oder in dringenden Fällen jederzeit unter: 017631488225.

Trauerfeiern finden zur Zeit in einem kleinen familiären Kreis an den Gräbern – unter freiem Himmel – statt.  Teilnehmen dürfen ausschließlich Verwandte ersten und zweiten Grades. Liedzettel dürfen nicht ausgegeben werden. Wir folgen damit den Anordnungen des Landesverwaltungsamtes Thüringen.

ErlassMaßnahmenCorona19.3.2020

20-03-14_erlass-veranstaltungen-1

Herzliche Einladung zu den Radio und Fernsehgottesdiensten!

https://www.zdf.fernsehgottesdienst.de/

https://rundfunk.evangelisch.de/kirche-im-radio/deutschlandfunk/gottesdienste

https://www.mdr.de/religion/kirche-im-mdr-100.html

Der Arbeiter-Samariter-Bund bietet im Landkreis Sömmerda einen Senioreneinkaufsdienst an. Dieser kann von Senioren in Anspruch genommen werden, die notwendige Lebensmitteleinkäufe nicht über Verwandte oder Bekannte abdecken können. Informationen erhalten Sie unter: 03634/320970.

Die Telefonseelsorge erreichen Sie unter der kostenlosen Nummer rund um die Uhr: 08001110222 oder unter 08001110111.

Herzliche Grüße

Pfarrerin Denise Scheel

Termine an denen der Chor „Querbeet“ singt

  • Sonntag, den 3.5.2020 um 10:00 zur Jubelkonfirmation in Vogelsberg
  • Sonntag, den 5.7.2020 um 10:00 „Ab in die Ferien“ GD in Großbrembach
  • Sonntag, den 27.9.2020 um 10:30 zum Erntedankgottesdienst in Kleinbrembach
  • Samstag, den 5.12.2020 um 17:00 zum Adventsmarkt in Großbrembach

Restaurierung Abendmahlskelche Großbrembach und Vogelsberg

Liebe Interessierte!

Der Großbrembacher Abendmahlskelch

Im Jahr 2020 möchten wir die zwei Abendmahlskelche aus dem 15. Jh./Großbrembach und den Abendmahlskelch aus Vogelsberg ca. 16 Jh. restaurieren lassen. Beide waren bis zuletzt noch in Gebrauch.

Eine Begutachtung durch die Kunstgutbeauftragte Frau Pohler hat im Jahr 2018 einen „restaurierungsbedürftigen Zustand“ für die Vasa Sacra festgestellt. Inzwischen liegt uns für beide Kelche mit den Patenen ein Gutachten eines Restaurators vor.

Kelche waren in mittelalterlicher Zeit eines der wertvollsten Besitztümer der Kirchengemeinden. Vielfach wurden dafür von Gönnern hohe Summen gespendet oder es wurde von der Gemeinde lange darauf gespart. Das Abendmahl selbst hatte einen hohen Stellenwert im praktizierten Glauben. Der Kelch aus Großbrembach ist spätgotisch mit fünf Medallions auf dem Fuß gestaltet. Diese zeigen die vier Evangelisten und das Lamm/Christus. Der Zustand weißt im Moment konstruktive Schäden auf (Fuß wackelt), es ist Säurefraß zu erkennen und ein Besatzstein fehlt. Der Kelch ist reich gestaltet und zeigt eine sehr gut proportionierte mittelalterliche Goldschmiedearbeit. Es wird dahinter die Erfurter oder Mühlhäuser Werkstatt vermutet. Für die Restaurierung von Kelch und Patene sind vom Restaurator 80 Arbeitsstunden eingeplant. Ziel ist die Wiederherstellung der Orginalfassung und die Gebrauchsfähigkeit im liturgischen Dienst der Gemeinde. Die Kosten belaufen sich dafür auf 7074,55 Euro. Für die Finanzierung dieses Vorhabens ist ein Antrag an das Thüringer Landesdenkmalamt in Höhe von 4200,00 gestellt. Bisher konnten aus dem Ort Großbrembach 475,00 Spenden gesammelt werden. Wir freuen uns, wenn Sie dieses Projekt unterstützen!

Kontoverbindung für die Kirchengemeinde Großbrembach!

Kontoinhaber: Kreiskirchenamt Eisenach, BUKAST Apolda-Buttstädt
IBAN: DE72520604100008000433
BIC: GENODEF1EK1
Evangelische Bank
Verwendungszweck: RT 1017 Abendmahlskelch

Der Vogelsberger Abendmahlskelch

Auch der Kelch der Vogelsberger Kirchengemeinde zählt zu den Stücken, die besonders erhaltenswert sind. Er ist überaus reich mit Motiven der Spätrenaissance reliefplastisch ziseliert. Datiert wird er auf das 16. Jh. evtl. aus einer Nürnberger Werkstatt. Auch dieser Kelch war bis zuletzt in der Gemeinde in Gebrauch. Die Begutachtung 2018 hat ergeben, dass viele tiefe Weinfraßlöcher im Bodenbereich und die Einstauchung des Fußes dringend eine Restaurierung nötig machen. Der Fuß weist zudem zahlreiche Risse und Brüche auf. Ziel ist es auch bei diesem Kelch die Wiederherstellung der Orginalfassung und die Gebrauchsfähigkeit beim Abendmahl in der Gemeinde wieder herzustellen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 7312,55 und es ist ebenfalls mit 80 Arbeitsstunden des Restaurators zu rechnen. Auch hierfür ist ein Antrag an das Landesamt für Denkmalpflege in Höhe von 4312,00 gestellt. Den Eigenanteil von 3000 Euro muss die Kirchengemeinde Vogelsberg selbst aufbringen. Daher bitten wir Sie um Ihre Unterstützung.

 

 

Kontoverbindung für die Kirchengemeinde Vogelsber!

Achtung geänderte Bankverbindung! Bitte unbedingt den Verwendungszweck angeben!

Kontoinhaber: Kreiskirchenamt Eisenach, BUKAST Apolda-Buttstädt
IBAN: DE72520604100008000433
BIC: GENODEF1EK1
Evangelische Bank
Verwendungszweck: RT 2386 Abendmahlskelch

Vielen Dank für Ihre Unterstützung! Für Ihre Spende erhalten Sie über das Pfarrbüro eine Spendenquittung. Bitte geben Sie uns Bescheid!

Pfarrbüro Großbrembach, Platz der Demokratie 1, 99628 Buttstädt, Tel. 036451/60880 oder kirchegrossbrembach@t-online.de

Herzliche Grüße

Pfarrerin Denise Scheel

 

 

 

 

 

 

„Ich glaube, hilf meinem Unglauben“ Mk 9,24

 

Wie zwei ungleiche Geschwister scheinen sie zu sein. Glaube und Unglaube. Sie können gemeinsam auftreten. Beide haben die gleichen Wurzeln. Sie können sich streiten oder versöhnt nebeneinander stehen. Sie stellen sich gegenseitig in Frage. Reiben sich aneinander. Wachsen mal in die Höhe und mal auseinander. Dieses Miteinander auszuhalten ist schwer. Lieber hätte ich das Leben und meinen Glauben etwas eindeutiger, als es oft ist. Mit Antworten, die dauerhaft sind, und Gewissheiten, die nicht ins Wanken kommen. Das Leben aber bewegt sich und steht nicht still. Die Stimmen in mir rufen parallel, nebeneinander, hintereinander … Dieses ganze Hin und Her brüllt der Vater des kranken Jungen hinaus, nein, es gibt kein Entwederoder, alles streitet zugleich in ihm. „Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“, schreit er Jesus entgegen. Und endlich, endlich geschieht etwas. Jesus gebietet der unheimlichen Macht, sein Kind, in Ruhe zu lassen. Die bäumt sich noch einmal auf und verschwindet dann. Und der Junge liegt still da. Wie tot. Entsetzt schauen die, die um ihn herum stehen, sich an. Doch Jesus tut einen zweiten Schritt: Er ergreift die Hand des Kindes und richtet ihn auf. Etwas völlig Neues und Außergewöhnliches ist geschehen. Ein Kind wird von einer schrecklichen Erkrankung geheilt. Erst nachdem Glauben und Unglauben lautstark heraus geschrien werden, wird dieses Kind geheilt. Ich ahne: Wenn der Boden unter meinen Füßen zu wanken beginnt, dann muss ich nicht immer glaubensstark sein, schon gar nicht, damit Gott mich weiter liebt. Er hält mich aus, wenn ich mich selbst kaum aushalten kann. Wenn ich verletzt bin und verzweifelt. Wenn mir nur noch zum schreien zu Mute ist. Ein erwachsener Mann, ein Vater, wirft sich mit seinem Glauben und Unglauben, mit seinem Hoffen und Zweifeln direkt in Jesus Arme. Mit der Jahreslosung für das Jahr 2020 sind wir eingeladen die Spannungen und ambivalenten Gefühle in uns wahrzunehmen und ihre Energie für das eigene Neu zu nutzen.

Es grüßt Sie herzlich Pfarrerin Denise Scheel