Das ehemalige Pfarrhaus in Vogelsberg wechselt den Eigentümer

Liebe Gemeinde!

Mitte April wurde geräumt, geputzt und sortiert vom Dachboden bis in den Keller. Alles was geschichtlich relevant ist, wird archiviert. Der lange Entscheidungsfindungsprozess ist in diesem Punkt zum Abschluss gekommen und das ehemalige Pfarrhaus wechselt den Besitzer. Für die verantwortlichen Kirchengemeinderäte stellt dieser Weg die einzige Möglichkeit dar, das Haus auch in Zukunft in einem guten Zustand zu erhalten. Die Kirchengemeinde verfügt nicht über die finanziellen Mittel, die nötig wären das Haus mit Dach- und Kellersanierung in Zukunft auf gute Füße zu stellen. Der Notarvertrag ist am 30.3.21 unterzeichnet worden. So Gott will sind in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft die neuen Eigentümer: Herr Phiesel und Frau Peter aus Weimar. Sie stellen sich Ihnen hier selbst vor:

„Hallo liebe Vogelsberger!

Wir – die Familie Phiesel/Peter – werden Ihre Gemeinde in diesem Jahr um fünf tatkräftige, aufgeschlossene und familiäre Mitmenschen erweitern und freuen uns schon sehr darauf, zukünftig ein Teil der Gemeinde Vogelsberg zu sein. Wir bestehen aus unserem Familienhund Teddy (1/2 Jahr alt), Martha (4), Carl (5), Bennet (8), Maike (30) und Christian (32). Die beiden Jüngsten werden den örtlichen Kindergarten für sich entdecken und im Anschluss in der in Vogelsberg ansässigen Grundschule die Grundsteine Ihrer Schulkarriere legen. Maike ist als Technologin für Radiologie im Gesundheitswesen in einem Krankenhaus und Christian im Schul- und Bildungswesen tätig. Unser Familienhund Teddy unterstützt Christian bei seiner täglichen Arbeit als Schulbegleithund für geistig beeinträchtigte Kinder und Jugendliche an einem Förderzentrum.
Gemeinsam werden wir ab diesem Jahr das ehemalige Pfarrhaus in Vogelsberg unser Eigen nennen und in unser neues Zuhause verwandeln dürfen. Auf neue Bekanntschaften als auch auf persönliche Begegnungen und Gespräche mit Ihnen allen freuen wir uns schon sehr.
Bis sehr bald!

Ihre Familie Phiesel/Peter“

Muss alles seine Ordnung haben? – Rabbuni! – Osterpredigt

Rembrandt. Noli me tangere/Berühre mich nicht. ca. 1638 Federzeichnung, Joh 20, 11-18

Liebe Gemeinde! Liebe Interessiere!

Alles muss seine Ordnung haben! Gerade in Krisenzeiten hilft das und gibt Halt. Gerade jetzt bringt uns alles Außerordentliche, also alles außerhalb der Ordnung, alles, was unerwartet anders ist, an den Rand des Erträglichen, ja des Zumutbaren.

Ähnlich erging es wohl Maria Magdalena am Ostermorgen. Sie läuft früh zum Grab ihres Herrn und findet es leer. „Maria aber“, so beginnt der Bibeltext, „Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte.“ Für sie ist jetzt alles zu viel. Hier hat nichts mehr seine Ordnung. Und wir können sie, denke ich besonders vor dem Hintergrund der Covid-19 Pandemie gut verstehen.
Viele Menschen haben seit Beginn der Pandemie jemanden verloren, den sie geliebt und geschätzt haben. Manche kannten wir näher und andere aus der Ferne. Zahlen laufen anonym seit mehr als einem Jahr jeden Tag über den Bildschirm. Hinter jeder Zahl steht ein Menschenleben. Mit Träumen, Wünschen und Hoffnungen. Manchmal mit einem schweren Leidensweg zuletzt. Wir haben ihn oder sie begraben müssen, das ist unfassbar. Der Tod als Folge dieses schrecklichen Virus, aber auch als Folge von Unfall oder Gewalt zwingt uns dazu Abschied zu nehmen. Er ist die Grenze, auf die unser Leben hinläuft. Wir wissen, dass alle Menschen sterben müssen. Es gehört zu unseren Erfahrungen, dass wir immer wieder an Gräbern stehen, bis wir irgendwann unser jeweils eigenes Grab finden.

Nun aber für das Weitere fehlt uns die Erfahrung. Und nach unseren Ordnungen kann und soll das auch nicht geschehen. Und es bedarf einiger Fantasie, sich das mit dem Grab eines eben gerade begrabenen geliebten Menschen vorzustellen. Es ist gegen jede gewohnte Ordnung, dass das Grab wieder offen ist. Können wir uns diesen Schock, dies Entsetzen wirklich vorstellen?
Auf der Federzeichnung von Rembrandt wird diese Situation der Maria Magdalena mit wenigen Strichen eingefangen. Wir erkennen sie am Grab verzweifelt hingesunken. Hinter ihr sehen wir den Weg, den sie gekommen ist. Angedeutet nur ist die Stadt Jerusalem, die hier mit den Felsen und Häusern fast an moderne Städte erinnert. Deutlich erkennen wir die drei Kreuze und zwei menschliche Gestalten, die zwischen den Kreuzen und Maria auf dem Weg sind. Vielleicht sind es die beiden Jünger, die in ihrer Verzweiflung näher an den Kreuzen als am leeren Grab sind. Zwischen Karfreitag und dem Ostermorgen. Dem Schmerz des Abschieds noch nicht entglitten … es ist noch der Blick zum Kreuz.

Maria ist auf Golgatha gewesen. Sie hat das Sterben Jesu mit angesehen und durchlitten. Mit ihm sind ihre Zukunftsperspektiven, ihre Hoffnungen und ihr Glaube gestorben. Sie ist dabei, als der leblose geschundene Körper Jesu vom Kreuz genommen und in aller Stille ins Grab gelegt wird. Sie sieht, wie das Grab verschlossen wird. Und am dritten Tag kommt sie zurück zum Grab. Nur eins ist ganz anders, als wir uns das bisher vorgestellt haben. Das Grab ist nicht leer. Nur der Verstorbene ist nicht da. Stattdessen sind da zwei Engel in weißen Gewändern. Woher sie kommen, wer sie sind, wird nicht erläutert und überlegt. Und Maria ist so in ihrer Ordnung gefangen, dass sie zwar mit ihnen spricht, aber sich nicht über sie wundert. Sie ist so sehr bei sich, bei ihrem Verlust, dass sie nur diesen formulieren kann: „Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben.“

Das ändert sich auch nicht, als dann jemand zu ihr tritt. Lässig lehnt er sich auf ein Mäuerchen oder einen Felsvorsprung auf dieser Rembrandt-Zeichnung. Er trägt einen großen Hut als Sonnenschutz und scheint in der Hand einen Spaten zu haben. Ganz entspannt, die Beine in einer Standbein-Spielbeinposition, steht er da und nimmt Maria Magdalena in den Blick. Er ist ganz zugewandt, hält aber Abstand.

Maria Magdalena aber, so hören wir, kann sich weder auf die Engel noch auf Jesus selbst einlassen. Es muss doch alles seine Ordnung haben. Und danach gehört der Verstorbene in sein Grab und nirgendwo anders hin. Sie will diese Ordnung wiederherstellen und erbittet dazu alle mögliche Hilfe. Und so fragt sie Jesus, den sie für den Friedhofsgärtner hält, „Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast; dann will ich ihn holen.“
Der auferstandene Jesus aber spricht sie nur mit ihrem Namen an: „Maria!“ Wir können wohl kaum ermessen, wie viel Zuwendung und Trost, wie viel Zuneigung und Liebe hier mitschwingt, und ahnen es doch am von Rembrandt gezeichneten Blick. Ein heller geschützter Raum entsteht, in dem Jesus und Maria Magdalena sind. Alles andere tritt in den Hintergrund. Jetzt wird die alte feste Ordnung mit diesem einen Wort für sie ausgehebelt. Die Schöpfungsordnung, dass alles auf den Tod zuläuft, der die feste Grenze für alles ist, wankt und zerplatzt wie eine Seifenblase. Mit diesem einen Wort ist für Maria alles anders. Ihre Ordnung, die sie wiederherzustellen sucht, wird durch eine ganz andere Ordnung ersetzt. Maria wird aus der Verzweiflung und Trostlosigkeit herausgerissen, und nichts hat mehr seine alte Ordnung. Unwillkürlich muss ich an das Jesaja-Wort denken: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“

Maria antwortet auf Jesu Anrede auch nur mit einem einzigen Wort: „Rabbuni!“ Es ist ein Ehrentitel, der auf Deutsch mit „mein Meister“ oder „mein Lehrer“ oder auch „mein Herr“ wiederzugeben ist und höchste Anerkennung ausdrückt. Auch bei ihr schwingt ganz viel in diesem einen Wort mit. Es ist das Erkennen der Person und der Auferstehung, der Glaube und die Hinwendung, die Liebe und das uneingeschränkte Sich-dem-Auferstandenen-Anvertrauen. Und es ist das Erkennen, dass durch Gottes Handeln alle alte Ordnung überwunden ist.
Rembrandt hat all dies in die Haltung der Maria gezeichnet. Das verzweifelte Ringen der Hände wird zum Gebetsgestus. Der gramgebeugte Rücken bekommt neue Kraft.

In der Person Maria Magdalena wird das Unerwartete und Ungeheure der Osterbotschaft erfahrbar. In ihr wird nachvollziehbar, wie radikal das Ostergeschehen für sie selbst und auch die Jünger bis heute ist. Sie haben eben nicht schon immer auf die Auferstehung gehofft. Sie haben eben trotz aller Ankündigungen und Hinweise Jesu nicht schon immer gewusst, was nach der Kreuzigung geschieht. Sie haben eben nicht von sich aus auf einmal gemerkt, dass die Nähe Jesu für sie auch nach Tod und Begräbnis spürbar war. Die Auferstehung ist kein Bild dafür, dass die Sache Jesu weitergeht wie vorher. Das leere Grab hat sie zutiefst erschüttert und aufgerührt, aber auch entsetzt und mit Furcht versehen. Erst in der persönlichen Ansprache wird das anders. Erst als Jesus sie bei ihrem Namen ruft, entsteht der Osterglaube.

Und wie Maria bei ihrem Namen gerufen wird, werden es später auch noch die Jünger und wir, die wir Jesu Stimme in unserem Leben folgen. Zuerst in der Taufe, aber dann in den kleinen Dingen des Alltags, in jedem Gottesdienst und stillen Gebet. So können wir an diesem Osterfest mit Maria Magdalena und der ganzen Christenheit glaubend antworten und bekennen: „Rabbuni!“ Denn der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!“

Und der Friede Gottes, der höher ist als unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen

Folgende geplante Präsenzgottesdienste entfallen aufgrund der hohen Inzidenzzahlen:

Osternacht, am 4.4.2021 um 6:00 in Großbrembach

Ostersonntag, am 4.4.2021 um 10:00 in Vogelsberg, um 13:00 in Kleinneuhausen

Ostermontag, am 5.4.2021 um 10:30 in Berlstedt

11.4.2021, um 9:00 in Kleinbrembach; 10:30 in Ellersleben

Folgende Hausandacht wurde für das Osterfest verteilt, gern können Sie es weiter versenden:

Hausandacht Ostern 21_Kleinbrembach


Musikstücke zum Hören vom Chor Queerbeet und Carolin Schabak am Klavier:

Wachsen auf gutem Grund – Übungen in der Passionszeit

Liebe Interessierte!

Die Zeiten schlagen mal hohe und mal kleinere Wellen. Es ist seltsam die diesjährige Passionszeit und Fastenzeit in Zurückgezogenheit und mit wenig Kontakt auch in die christliche Gemeinschaft hinein zu begehen. Geistliche Übungen – Exerzitien – sind besonders in dieser Zeit ein Geschenk für die eigene Besinnung und für das Gemüt. Für die stille Gottesbegegnung. Da ich in meiner Geistlichen Begleiter Gruppe sehr tolle und fähige Mitstreiterinnen habe, sende ich Ihnen einen Podcast für vier Fastenwochen mit dem Titel: „Wachsen auf gutem Grund“ aus Leipzig, entstanden in Zusammenarbeit mit der katholischen Gemeinde. Elisabeth Kindel aus Leipzig war ja schon einmal in unserem Podcast „Daheim mit Gott“ zu Gast.

Gönnen Sie sich Ruhe und auf dem tiefen Grund Ihrer Seele Zeit mit Gott allein.

https://wachsen-auf-gutem-grund.podigee.io/

Es grüßt Sie herzlich Pfarrerin Denise Scheel

Alles eine Frage der Haltung? – Kontemplation

Das aus dem Lateinischen stammende Wort „Kontemplation“ setzt sich aus den Silben „con“ (mit, zusammen) und „templum“ (ein umgrenzter heiliger Bezirk) zusammen. In der stillen Zeit, der Meditation, geht es darum diesen inneren heiligen Bereich wahrzunehmen, abzuwandern und nach und nach immer mehr selbst zur Wohnung Gottes zu werden. Die kleinen Übungen in den „geistlichen Übungen“ oder im Podcast dienen dazu. „Kontemplation ist ja nichts anderes als ein geheimes, friedliches und liebendes Einströmen Gottes“. (Johannes von Kreuz)

Achtsame Haltung: Aufmerksam sein für das, was ist

Zugewandte Haltung: Ausrichtung auf Gott

Vergebende Haltung: Bereit sein für Versöhnung

Leidensbereite Haltung: Leidvollem begegnen und es tragen

Mit diesen vier Haltungen kleine Übungen im Alltag machen, den inneren Tempel, einen heiligen Raum in sich selbst finden, betreten und die Koordinaten ausloten.  Hier ein paar Bausteine für das eigene Üben … bis unser Podcast „Daheim mit Gott“ wieder mit einer Folge erscheint.

Ein Anfangsgebet zum Beginn ihrer stillen Zeit:

Eine Wahrnehmungsübung für Ihren Körper:

Ein Wort/Bild für die eigenen Gedanken:

„Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“ Psalm 139,5

Tragetuch, geborgen, Liebe Foto: SeppH auf pixabay

Ein Wort für den Weg: Ich wende mich immer wieder neu meinen Händen und dem Namen Jesu zu

„Wenn dein Herz wandert oder leidet, bring es behutsam an seinen Platz zurück und versetze es sanft in die Gegenwart deines Herrn. Und selbst, wenn du nichts getan hast in deinem ganzen Leben außer dein Herz zurück zu bringen und wieder in die Gegenwart unseres Gottes zu versetzen, obwohl es jedes Mal wieder fortlief, nachdem du es zurückgeholt hattest, dann hast du dein Leben wohl erfüllt.“

(Franz von Sales)

 

Mit dir will ich meinen Bund aufrichten. So geh in die ARCHE …

Die aktuelle Entwurfsplanung für das Kirchenschiff in Vogelsberg liegt durch das Architekturbüro B19 aus Weimar vor.

Unser Konzept für die Nutzung aus dem Jahre 2020:

27.10.2020 Nutzungskonzeption Kirche heimkommen….2020

Schadstoff-Gefährdungsgutachten für den jetzigen Bestand:

K_Vogelsberg_Gef-Beurteiling-1

Sie sehen in diesem Entwurf, die alte Hülle der Kirche bleibt stehen und in die Hülle wird ein neuer Baukörper aus Holz gesetzt. Das Neue soll aus dem Alten heraus wachsen. Die Architekten erinnern an die „Arche Noah“, oder die für Christen symbolträchtige „Fischform“. Ein Ort der Rettung, wenn das Wasser bis zum Hals steht und die Stürme des Lebens draußen toben. Es soll eine „Kapelle“ in einer „Kapelle“ entstehen. Ein festlicher Saal, mit Küche, beweglichem Gestühl und viel Licht. Der alte Grundriss wird durch die Wiederherstellung in den Umrissen als  Terrasse realisiert und die Mauer an der in den 1970er Jahren zugemauerten Seite (Abriss des Altarbereichs) wieder geöffnet und neu erschaffen. Es wird im Innenraum mit Schränken für Stauraum gearbeitet und mit Sitznischen, so dass auch Veranstaltungen mit kleinen Kindergruppen oder Älteren gut möglich sind. Die variable Bestuhlung lässt eine flexible Nutzung zu, der Holzfußboden und die Fußheizung erzeugen ein angenehmes Raumklima. Wir rechnen mit ca. 85  m² Raum, und mit einer möglichen Bestuhlung für ca. 60-80 Personen, je nach Aufstellen der Stühle und Abstand. Auf die im Entwurf noch gedachte Trennwand, würden wir gern verzichten, da es kaum doppelte Veranstaltungen gibt. Bei Fragen, können Sie uns den Gemeindekirchenrat und Pfarrerin Denise Scheel gern ansprechen.

Hier können Sie die Unterlagen zum Projekt einsehen:

0390 Kirche Vogelsberg-MAPPE ENTWURF-1

210115_Kostenermittlung Gemeindesaal+Möbel

210115_Kostenermittlung Kirchensanierung-1

210115_Kostenermittlung Kirchensanierung-2

Der aktuelle Stand im Prozess:

Wir führen Gespräche mit dem Thüringer Landesdenkmalamt. Es sind Städtebaufördermittel für den Erhalt der alten Bausubstanz beantragt und Leadermittel für den Bau des neuen Körpers im alten Kirchenraum. Für das Pfarrhaus gibt es Interessenten.

https://www.kirchengrundstuecke.de/grundstueck/1960329665/

Wir hoffen hier bald neue Eigentümer willkommen heißen zu können! Bis August möchten wir gern die Schadstoffbelastete Innenverkleidung demontiert und fachgerecht entsorgt haben.

Wenn Sie unser Projekt in Vogelsberg finanziell unterstützen möchten, dann freuen wir uns sehr! Jeder Euro hilft einen Schritt weiter! Zu jedem Fördermittelantrag sind Eigenanteile in entsprechender Höhe aufzubringen. Haben Sie herzlichen Dank!

Für die jetzt entstehenden Planungskosten freuen wir uns über einen Bewilligungsbescheid des Kirchenkreises Apolda-Buttstädt in Höhe von 18.000 Euro.

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Kirchengemeinde Vogelsberg
Kontoinhaber: Kreiskirchenamt Eisenach, BUKAST Apolda-Buttstädt
IBAN: DE72520604100008000433
BIC: GENODEF1EK1
Evangelische Bank
Verwendungszweck: RT 2386 Kirchbauprojekt Vogelsberg

Hier der Weg zum jetzigen Zustand … Projekten … Bildern und Historie der Kirche Vogelsberg:

Vogelsberg — Zum heiligen Kreuz

Danke an alle Engagierten in den Gemeinden!

 

 

Sehr geehrte Kirchenälteste, liebe Unterstützer*innen!

Es ist ein neues Jahr 2021 angebrochen! Ich hörte von verantwortungsvoll durchgeführten und wertgeschätzten Heiligabend Gottesdiensten, Neujahrsgottesdiensten und offenen Kirchen. Jeder Gemeindekirchenrat hat es sich nicht leicht gemacht und ich habe wahrgenommen, dass jeder Ort für sich, seine passende Lösung gefunden hat. Herzlichen Dank an alle, die in dieser schwierigen Zeit Verantwortung übernommen haben! Ich hoffe, unser Weihnachtsbrief mit der Weihnachtskarte kam in den Haushalten als Zeichen stiller Verbundenheit an? Ich wünsche uns allen ein gesegnetes neues Jahr 2021 mit einem hoffnungsvollen Blick nach vorn und mancher Veränderung. Im Pfarrbereich Großbrembach gehen wir als fünf Kirchengemeinden – Großneuhausen wechselt in den Zuständigkeitsbereich Rastenberg – weiter. Die Vakanz für die Orte Neumark, Vippachedelhausen, Thalborn und Berlstedt liegt weiterhin im Pfarrbereich Großbrembach. Gott möge unsere Gedanken und Herzen erfüllen und uns Kraft geben, für die neuen Herausforderungen, die vor uns liegen!

Wir – Familie Scheel – haben die akute Covid-19 Erkrankung alle vier „überlebt“, jetzt braucht es Geduld, um zur gewohnten Form zurückzufinden. Den Kindern gelingt das erfreulicherweise schneller als uns „Erwachsenen“.

Frau Schweitzer wird im Büro wie gewohnt am Mittwoch von 12-16 Uhr für Sie ansprechbar sein. Ich lese die E-Mails in gewissen Abständen. Die Vertretungsregelung – Übernahme von Bestattungen – ist weiterhin über das Supturbüro in Apolda zu klären.

Evangelischer Kirchenkreis Apolda-Buttstädt
Superintendent Dr. Gregor Heidbrink

Lessingstraße 32
99510 Apolda

Fon 03644 651624
Fax 03644 651629

Bleiben Sie behütete und achten Sie gut auf sich und Ihre Lieben, soweit es Ihnen möglich ist. Das MEHR legen wir in Gottes Hände.

https://www.sonntagsblatt.de/artikel/achtsamkeit/glaube/geduld-der-bibel

Herzliche Grüße

Pfarrerin Denise Scheel

Hören, mal in die Nacht

Liebe Hörer*innen!

Dieses Weihnachten 2020 ist anders. Das Kind in der Krippe hat es ein guten Platz in meinem Zuhause gefunden?  Weihnachten – Daheim. Wer hätte das gedacht? Frieden schließen. Hallo sagen zueinander – nur das Kind und ich – in aller Stille und Zweisamkeit. Gott kommt auf die Welt und um ihn herum ist es dunkel. Die Sterne leuchten und die Gesichter seiner Eltern strahlen vor Freude. Ruhe breitet sich aus. Es ist Nacht.

In diesem Podcast sollte eigentlich eine Predigt stehen, eine Meditiation,… dieses Jahr nicht. Leider ist Pfarrerin Denise Scheel und Familie selbst an Covid 19 erkrankt, so dass dieser Podcast ausschließlich vom Musikteam gestaltet ist. Herzlichen Dank an Ann Tröger, dem Chor Queerbeet und ihren Kollegen vom Erfurter Theater. Herzlichen Dank Carolin Schabak an der Orgel und dem Klavier, im Gesang und an der Flöte. Unser Dank gilt ebenso Johanna Hartig und Benigna Stecher an der Flöte und im Gesang.

Wir wünschen Ihnen gemeinsam

ein gesegnetes Weihnachtsfest und den Segen eines neuen Jahres 2021

Ein Jahresrückblick 2020 und ein Weihnachtsgruss

Leuchten, mal im Advent!

 

Eine neue Podcastfolge steht für Sie zur Verfügung. Viel Freude beim Hören, Beten, Singen, Nachsinnen und Pause machen!

https://anchor.fm/pfarrerin-denise-scheel/episodes/Leuchten–mal-im-Advent-enc321

Die Weihnachtsfreude, die pustet keiner aus. Die Weihnachtsfreude hängt nicht am Baum zu Haus …. Weihnachten 2020 – schnell gewinnen Menschen im Haupt- und im Ehrenamt dieser Tage einen anderen Eindruck. Wie soll es werden- dieses Weihnachtsfest? Open Air. Digital. Offene Kirche oder Einladungskarten. Der Heiligabend Gottesdienst mit Anmeldung. Hier ist kein Platz in der Herberge, hallt es uns sofort vom Weihnachtsevangelium her entgegen. Licht ist dringend nötig in dunkler Zeit. Folgen wir dem Licht … Adventus, adventus domini. Die Ankunft des Herrn.

Herzliche Einladung zum Reinhören in unseren Adventspodcast …  „Leuchten, mal im Advent“

Pfarrerin Denise Scheel und das musikalische Team!

Singen im Advent – Adventsandacht mit Chor

Herzliche Einladung zur Adventsandacht mit dem Chor „Querbeet“

am Samstag, 5.12.2020 um 15:00

im Anschluss musikalische Häppchen von Ann Tröger und Kollegen

OPEN AIR bitte ziehen sie sich warm an!

MIT MASKE, ABSTAND UND HYGIENEREGELN

vor der Kirche Vogelsberg zwischen den Bäumen

am Feuer

Bereitet dem Herrn den Weg, denn siehe, der Herr kommt gewaltig.“

Jes 40,3.10

 

Im Advent hören wir vom Werden und Vergehen, vom Aufblühen und Verwelken, vom Kommen und Gehen. Jesus lehrt uns adventliches Warten, das Warten auf Gott!

Ach, lass mich jetzt mal allein! Ich werde gleich abgeholt.

 

– Predigt zum Ewigkeitssonntag –

Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss! Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. Wer überwindet, der wird es alles ererben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein.“ Offb 21,1-7

Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserem Vater und seinem Sohn Jesus Christus. Amen

Liebe Gemeinde!

Sie sitzt an seinem Bett, sie sprechen nur noch das Wichtigste. Zwischen ihnen ist ja auch alles gesagt. Manchmal öffnet er die Augen. „Bald bin ich wieder gesund, dann komme ich nach Hause“, sagt er. „Hoffentlich bald“ sagt sie zu ihm. Abends liegt sie allein zu Hause in dem großen Bett. Sie träumt viel, schläft schlecht. Sie hört sein leises Schnarchen, er liegt neben ihr. Sie schreckt auf. Da ist sein Platz leer und die Bettdecke kalt. Ihr Kopf weiß es seit ein paar Tagen. Das Herz braucht länger. Es gibt kein „nach Hause“ mehr. Es wird ein anderes Zuhause werden. Ein Ort ohne die Schmerzen, ohne das Leiden, die Tränen, ohne diesen langen schmerzhaften Abschied.

Bald bin ich wieder gesund, dann komme ich nach Hause.“ Wenige Tage später atmet er nur noch flach und unregelmäßig. „Papa ist nur ein Schatten“, sagt die Mutter zur Tochter am Telefon. Die ruft alle Geschwister an. Sie kommen, doch er ist ein paar Minuten zuvor gestorben.

Er, Sie, Mann, Frau, Ehefrau, Tochter, Sohn, Schwester, Bruder …. in diesem Jahr haben wir uns bisher von 27 Menschen in unseren Gemeinden verabschiedet. Ihre Namen sind uns wichtig. Auf christlichen Friedhöfen bestatten wir niemanden anonym. Keine und Keiner soll vergessen sein. Der Name eines Menschen steht für seine Würde, sein einzigartiges Wesen, seine Geschichte mit den Geschöpfen und mit Gott. Für ihre Namen brennen heute die Kerzen. „Gott sagt: Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein.“ Im Leben und im Sterben und über den Tod hinaus. Mit den verstorbenen Menschen haben Sie, liebe Angehörige, ganz unterschiedliche Abschiede erlebt.

Thea ist 84 Jahre alt und läuft gerade noch mit ihrer Pflegerin über den Flur, dann sagt sie ganz unvermittelt: „Ach, lass mich jetzt mal alleine. Ich werde gleich abgeholt.“ Fünf Minuten später ist sie verstorben. Elke erlebt noch den Konfirmationsgottesdienst ihrer Enkelin in der Kirche und wenige Tage später ist alles anders. Ein schwerer Herzinfarkt, eine Operation, Herz-Lungen-Maschine. Ein letzter Besuch und ein schockierend plötzlicher Abschied.

Heidi ist erst 59 Jahre alt. Sie verschenkt gern Engel an die Menschen in ihrer Umgebung. Sie sollen uns beschützen, trösten und uns in den dunkelsten Stunden beistehen. Manchmal gehören Engel zu dem Bild, dass wir uns von Gott und dem Himmel machen. Wir bitten sie, behutsam zu sein, wenn sie den geliebten Menschen abholen. Wir bitten sie, uns zu behüten. Wir bitten sie darum, unserem lieben Verstorbenen im Jenseits begegnen zu dürfen. Viele Male bittet Heidi sie einfach um Beistand. Mit den dunklen Stunden kennt sich aus. Mit Engeln an ihrer Seite fühlt sie sich stärker, sicher, sie helfen ihr an das Licht zu glauben …, auch wenn es gerade nur schwach in ihr leuchtet. Die Diagnose „Lungenkrebs“ ist niederschmetternd. Der Tumor sitzt so ungünstig, dass eine OP nicht infrage kommt und die Ärzte sind ehrlich zu ihr: „Weihnachten 2019 werden Sie nicht erleben.“ Bei meinem Besuch an ihrem Bett im Krankenhaus in Erfurt lege ich ihr einen bronzenen Engel in die Hand. Heidi hat Angst und Schmerzen. Sie versucht sich oben zu halten, doch die Kräfte lassen nach. Sie wünscht sich noch mehr Zeit, um „bewusster zu leben“ wie sie sagt. Ich halte ihre Hand, segne sie mit Öl und ihre Atmung wird ruhiger. Es ist ein langer Weg des Abschiednehmens. Mitte Dezember 2019 zieht Heidi in das Hospiz nach Weimar. Die Mitarbeiter*innen kümmern sich liebevoll um sie. Sie – ihre Familie – ist jeden Tag an ihrer Seite. Am Abend des 19. Dezember 2019 stirbt sie im Kreise ihrer Liebsten. Unser ältestes Gemeindemitglied ist erst vor kurzem verstorben:

Frieda. Fast hätte sie ihren 108. Geburtstag am 17. November 2020 noch erlebt. Ihre Geburtstage wurden immer mit großer Aufmerksamkeit und Hingabe von ihrer Familie gefeiert. Die letzten Jahre brauchte Sie viel Fürsorge. Frieda … die Friedliche, die Friedensreiche. Voller Glauben und Dankbarkeit habe ich sie bei meinen Besuchen erlebt. Fast ruhig und gelassen … zuletzt war da auch der Wunsch endlich gehen zu dürfen. Hinüber wechseln auf die andere Seite, in die himmlische Stadt, das neue Zuhause.

In ihrer Gegenwart hatte ich immer das Gefühl, es ist absolut nicht unvernünftig auf einen Himmel zu hoffen. Dass es ein Zuhause gibt, das sich jenseits dieser Zeit und über unsere eigene Lebensspanne hinaus eröffnet. Die Stadt Gottes, die vom Himmel, von Gott, herabkommt, nimmt dem, was wir hier erleben, die Wucht. Eine andere Dimension wirkt in solchen Momenten schon im hier und jetzt in unseren Raum hinein. Wer sich zu Jesus hält – so sagt es die Bibel – erhält ein Bürgerrecht für das himmlische Jerusalem, wird an der Hütte Gottes angesiedelt. Und diese Stimme „siehe, ich mache alles neu“, will in den Ohren nicht verstummen und schafft ihre eigene Realität. Die ganz Alten … kennen diese Worte gut. Haben Sie schon so oft gehört. Es sind manchmal noch erstaunlich stabile Lebensbiografien, die den Glauben an Gottes Größe, die Kirche im Ort, Taufe, Konfirmation, Hochzeit, die Taufe der Enkel … in sich vereinigen. Gottes Weg in ihrem Leben wird uns dann oftmals erst im Rückblick – wenn wir auf ihren Bestattungen – auf ihr Leben sehen – und das himmlische Licht auf die einzigartigen Lebensmomente fällt, bewusst. Das zarte Netz Gottes, das Menschen mit ihm, dem Himmel, der himmlischen Stadt verbindet … , es war nie nur eine Sache von später. Es glänzt in ihren Leben jetzt wie die Nebeltropfen sich im Spinnennetz festhalten. So leuchtet Gott selbst in seinem Sohn. In Jesus Christus gibt es einen zuverlässigen Ort der Gegenwart Gottes – für uns alle mit unserem ganz besonderen Namen. Es ist unser Zuhause.

Alles ist entschieden, alles ist durchgekämpft, endlich gesiegt. Jetzt liegt der Ton auf Neu. Alles ist ohne Schatten der Vergangenheit. Himmel, Erde, Meer: die ersten Schöpfungswerke und Grundlage allen Lebens sind nicht mehr. Sie hatten ihre Zeit, nun aber kommt Neues. Aus dem neuen Himmel, der Sphäre Gottes, kommt die neue Heimat des Menschen. Dies ist nicht mehr nur ein Ort der Gottesgegenwart in einer ambivalenten Welt, jetzt gibt es keinen Ort ohne Gott mehr. Er wird in ihrer Mitte zelten und sie werden sein Volk sein. Alpha und Omega, Anfang und Ende, Gott alles in allem, Gott inmitten der Menschen, die Menschen aufgehoben in der Gemeinschaft mit Gott. Endlich.

Dieses Bild ist echt … nicht bloße Utopie. Jetzt immer schon ein bisschen. In jedem dieser 27 Menschenleben und im Leben derer, deren Namen wir nicht kennen. Der Ewigkeitssonntag spricht von der Vorläufigkeit unserer Welt, von der Unvollkommenheit und Verletzlichkeit, von Tod und Leid, von Nähe und Liebe, von Hingabe und Vertrauen.  Gott ist es, der durch unsere Nacht findet. Im Vertrauen auf ihn: sind wir Kinder der Nacht und des Lichts. Aber wir gehören nicht der Nacht – weder in Trauer, noch Täuschung, noch in Hoffnungslosigkeit. Das Vertrauen – mein Vertrauen – bahnt Gott einen Weg in mein Leben hinein … er lässt seine Gläubigen nüchtern, liebend, und wachsam sein. Mit Kopf und Herz bei der Sache. Schon jetzt verbunden – wenn auch nur als undeutliches Spiegelbild – mit dem Himmel, der da einst ganz unser neues Zuhause sein wird.

Ein Lied von Georg Schmid beschreibt es so:

1. Geborgen, geliebt und gesegnet,gehalten, getragen, geführt, erkennen wir Gott. Er begegnet, wenn Schweigen den Schweigenden spürt.

2. Wir wären wie brüchige Wände, zerberstend im nächtlichen Sturm, wenn heut in Gott sich nicht fände Geborgenheit, Tore und Turm.

3. Wir wären gebildete Toren und Sklaven der eigenen Macht, im eigenen Lichte verloren, fänd Gott uns nicht durch unsere Nacht.

Liebe Angehörige, liebe Gemeinde!

Verwundetes Leben wie das eines Menschen in Trauer ist nur heilbar durch Leben. Gegen die Kälte des Todes, hilft nur die Wärme des Lebens. So frage ich Sie zum Abschluss: Was denken Sie würde wohl ihr Toter – der Mensch, den sie verloren haben, für Sie heute wünschen?

Ich wünsche Ihnen:

Mögen Sie gut auf sich hören und für sich sorgen. Mögen Sie wichtig nehmen, was Ihnen guttut und möge Ihnen die Kraft und die Willensstärke geschenkt sein, sich dem Leben wieder zuzuwenden. So möge sich ihnen in sanftem Glanz schon jetzt ein neuer Himmel und eine neue Erde zeigen. Vielleicht nur verschwommen. In Umrissen. Schemenhaft. … bis der Tag kommt, an dem wir ganz sehen. Ganz zu Hause sind. Der Tag an dem Frieden ist.

Und der Friede Gottes, der höher ist als unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen

Pfarrerin Denise Scheel